Deutsche Meisterschaft Gross-Gerau

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Erfolgswelle hält an: Wied und Völker sind deutsche Meister

Bei den Deutschen Inline Speedskatingmeisterschaften in Groß Gerau sind vom Skate Club Allgäu mit Ina Völker, Wolfram Wied, Andreas Pätzold, Noah Kaiser und Frank Kopp insgesamt fünf Sportler an den Start gegangen. Martin Lux konnte aufgrund einer Adduktorenverletzung leider nicht teilnehmen. Die 2 Gold-, 2 Silber- und eine Bronzemedaille waren ein überaus großartiger Erfolg, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hatte.

 

In überragender Verfassung präsentierte sich Wolfram Wied in der Altersklasse der über 30jährigen. Schon sein beherztes, tempobestimmendes Rennen über die 3.000m wurde mit Silber belohnt. Ausgezeichnet lief es über die 1.000m. Im Zielsprint überspurtete er den mehrfachen Europameister Nico Wieduwilt aus Gera sensationell und gewann mit 0,1 Sekunden Vorsprung Gold. Über 300m Sprint verpasste er den Bronzerang nur um wenige Hundertstelsekunden.

In der gleichen Altersklasse überzeugte Ina Völker bei den Damen. Sie holte sich über die 300m Sprintstrecke überlegen den Titel. Auf der 1.000m Strecke verpasste sie um 0,03 Sekunden die Silbermedaille, die sie sich dann aber überglücklich auf der 3.000m Strecke erkämpfte.

Einen schweren Stand hatte Frank Kopp bei den über 50jährgen. Zumindest gelang es ihm über die 300m und 1.000m Platz 10 zu erreichen. Über die 3.000m belegte er Rang 12.

Auch keine Medaillen, aber ausgezeichnete Platzierungen erreichte Andreas Pätzold in der Juniorenklasse der 18- und 19jährigen. Die 300m absolvierte er in einer Zeit von 26,559 Sekunden und belegte damit Platz 6. Der Sieger stellte hierbei mit 22,957 einen neuen Weltrekord auf. Seine beste Platzierung erreichte Andreas auf 5.000m Punkte. Hier fühlte er sich zuhause und machte immer wieder beeindruckende Tempovorstöße, erkämpfte sich sogar 5 Punkte und wurde am Ende mit Platz vier belohnt. Die weiteren Platzierungen waren Fünfter über 10.000m und 1.000m, sowie Sechster über 500m.

Nicht nur Anschluss an die Deutsche Spitze, sondern mittendrin bewegt sich Noah Kaiser bei den 14- und 15Jährigen. Schon mit Platz 6 im Sprint über 300m beeindruckte er die Konkurrenz. Besser lief es dagegen über die 500m Sprint. Hier kam er souverän ins Finale der besten vier. Es war ein schnelles, hartes, aber faires Rennen. In der Zielkurve wurde um jeden Zentimeter gefightet und Noah und ein anderer Skater berührten sich. Leider wurde diese Berührung von den Schiedsrichtern erst nach eingelegtem Protest als „absichtliche Behinderung“ seitens Noah gewertet (Anmerkung: die Schiedsrichter haben während des Rennverlaufs keine Behinderung angezeigt), so dass er nachträglich auf den vierten Platz gesetzt wurde. Im Punktelauf über 3.000m war Noah Punktgleich mit dem Drittplatzierten; hier gab jedoch der Zieleinlauf den Ausschlag. Noah fuhr knapp als Vierter über den Zielstrich, so dass es auch hier Platz vier war. Als letztes stand noch das 10.000 Meter Ausscheidungsrennen auf dem Programm. Bei dieser Disziplin scheidet in jeder Runde der letzte Skater aus, so dass am Ende nur noch fünf Fahrer ins Ziel kommen. Die Kunst besteht darin, die Tempovorstöße mitzugehen, sich einen Platz im vorderen Bereich des Feldes zu sichern und trotzdem noch genügend Kraftreserven für den Schlusssprint aufzuheben. Noah war von Beginn des Rennens an der Spitze mit dabei und konnte sich mit acht Skatern deutlich vom Hauptfeld absetzen. Er sorgte auch dafür, dass das Tempo enorm hoch blieb. Bei den weiteren Tempoverschärfungen konnten weitere Drei nicht mehr mithalten. Im Schlusssprint belegte Noah dann Rang 5.

Trainer und Vorstand Frank Kopp: „Es war ein ereignisreiches und erfolgsgeprägtes Wochenende. Unabhängig von den sportlichen Spitzenleistungen von Ina und Wolfram ist die Tatsache mehr als erfreulich, dass Noah und Andreas den Sprung in die nationale Spitze geschafft haben, auch wenn ihnen die Medaillen letztendlich verwehrt blieben. Wenn ich bedenke, dass alle Spitzenläufer ausnahmslos aus Vereinen kommen, die spezielle Bahnen zum trainieren haben, ist einerseits der Erfolg umso höher zu bewerten, andererseits drängt sich die Frage auf, was wäre möglich wenn wir auch so eine adäquate Infrastruktur zur Verfügung hätten.